Seemannschaft: die Fähigkeiten, die ein Seemann zur sicheren Führung eines  Wasserfahrzeuges beherrschen muss!

seemannschaft

Die Anforderungen sind sehr vielseitig. Sie hängen ab vom Fahrtgebiet, dem verwendeten Schiff, Grösse der Besatzung und deren Fähigkeiten, dem vorherrschenden Wetterbedingungen. Gute Seemannschaft hat nichts mit übertriebener Vorsicht zu tun, sondern ist eine reelle Abschätzung zur Reduzierung von Risiken und eine Minimierung der Risikofolgen. Die „Regeln guter Seemannschaft“ sind ein juristischer Begriff und werden in Gerichtsverfahren zur Beurteilung einer verantwortungsvollen Handlungsweise verwendet. Die Seemannschaft ist somit ein nicht begrenztes Wissens- und Kompetenzfeld und verlangt vom verantwortungsvollen Schiffsführer eine ständige Weiterbildung in allen Bereichen.

Wir haben hier einige Themenbereiche gesammelt, die für Sportbootführer interessant sind. Gerne verlinken wir auf weitere gute externe Seiten. Über entsprechende Empfehlungen freuen wir uns!

Einige Informatonsquellen als Weblinks:
Kreuzer Abteilung des DSV
Elektronischer Wasserstraßen-Informationsservice (ELWIS)
Leitfaden Sicherheit auf dem Wasser
Europäisches Segel-Informationssystem ESYS
Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie BSH
Wikipedia-Portal Schifffahrt
Wikipedia-Portal Segeln
Seemannschaft bei Wikipedia
Nautisches Lexikon

 

 

 

Lichterführung

Ein wichtiges Thema in der Schifffahrt ist die Lichterführung der Fahrzeuge abhängig von Art der Fahrzeuge und dem Blickwinkel, den man auf das Fahrzeug hat.
lichterfuehrung.info

Die obige Abbildung entstammt einer Internetseite, die ein sehr anschauliches Bild vermittelt was zu sehen ist von einem Seefahrzeug. Die Seite Lichterführung sei daher an dieser Stelle empfohlen:   http://lichterfuehrung.info/

 

 

Nautische Einheiten

In der Seefahrt finden sich einige Einheiten die von unserem gewohnten metrischem System abweichen.
Die wichtigsten sind hier kurz aufgeführt:

Seemeile (nautische Meile), Länge einer (gemittelten) Bogenminute
auf dem Äquator (Großkreis) 1 sm = 1,852 km = 1852 m

Kabellänge / Cable
1 kbl = 1/10 sm = 185,2m

Knoten/ Knot
1 kn = 1 Seemeile/h = 1,852 km/h = 0,514444 m/s

Faden Klafter / Fathom (Arm-Spannweite eines Ausgew. Menschen = 6 Fuß)
1 fm = 2 yd = 6 ft =182,88 cm = 1,8288 m

Fuß / Feet
1 ft = 1' = 12 in. = 1/3 yd. = 30,48 cm = 0,3048 m = etwa 1/6000 sm

Yard
1 yd = 3 ft = 36 inches = 0,9144 Meter = etwa 1/2000 sm

Nautischer Strich
1/32 von 360° = 11,25°


Etmal
zurückgelegte Wegstrecke von Schiffsmittag zu Schiffsmittag

Beaufort
Die Beaufortskala, dazu mehr in der Wetterstunde
 

Aus Fehlern lernen...

Eine Vielzahl von Berichten sind im www über Notfälle und Unglücke in der Seefahrt zu finden. Derartige Berichte können dazu dienen das eigene Verhalten und die Ausrüstung kritisch zu hinterfragen. Hier einige empfehlenswerte Quellen:

Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU)

BSU Logo

Die BSU erfasst und untersucht weltweit alle Arten von Seeunfällen an Bord oder unter Beteiligung von Schiffen unter deutscher Flagge. Innerhalb der deutschen Hoheitsgewässer wird die BSU unabhängig von der Flagge des oder der daran beteiligten Fahrzeuge tätig. Dabei geht es nicht um die Feststellung von Verschulden oder Haftung, sondern darum alle Faktoren aufzuzeigen die zum Unfall führten um zukünftige Vorfälle dieser Art zu vermeiden. Viele Berichte befassen sich mit Unfällen auf grossen Schiffen aber auch etliche Berichte schildern die teilweise dramatischen Umstände die zu Unfällen auf oder mit Sportyachten führten. Uns können diese Berichte dienen eigenes Verhalten zu optimieren. Die Berichte sind leicht verständlich und anschaulich verfasst und bieten so kurzweiligen Lesestoff mit Gruselfaktor und Lerneffekt. Aufbauend auf den Ergebnissen der Untersuchungen veröffentlicht die BSU Sicherheitsempfehlungen.

Einige Beispiele für erfolgte Seeunfalluntersuchungen der BSU nach Unfällen auf Segelyachten diese können (im internen Downloadbereich- bitte vorher einloggen!) herunter geladen werden.

  • Der tragische Fall der SY-Taube, bei deren Kenterung im Januar 2009 sechs von sieben Seglern den Tod an Marokkos Küste.
  • Ein weiterer Bericht handelt von der SY-CROSS MATCH, bei dem die Skipperin ums Leben kam.
  • MOB mit Todesfolge, ursprünglicher Auslöser ein nicht vorhandener Achtknoten oder das Chaos danach? Segelyacht SPECIAL ONE am 30. April 2011 vor Fehmarn.
  • Zwei Tote, die Rekonstruktion der Vorgänge war trotz detektivischer Kleinarbeit nur teilweise möglich, SY ALLMIN.

Alle Unfallberichte der BSU finden sich hier im Downloadbereich der BSU. Die Webseite der BSU findet sich unter: www.bsu-bund.de

 

ESYS
Das Europäische Segel-Informationssystem ESYS bietet neben vielen nützlichen Informationen für Fahrtensegler auch eine Sammlung von Seenotfällen und diesbezüglenen Meldungen unter http://www.esys.org/news/sos.html

Im Wikipedia-Portal zum Thema Schifffahrt finden sich die Listen schwerer Seeunfälle.

 

  

  

 

Zehn goldene Sicherheitsregeln für Wassersportler

Nach den Grundregeln für das Verhalten im Verkehr, die für alle Verkehrsteilnehmer gelten, hat auch der Wassersportler die Vorsichtsmaßregeln zu beachten, die Seemannsbrauch oder besondere Umstände des Falles erfordern. Jeder Wassersportler ist daher gut beraten, wenn er insbesondere folgende Regeln beachtet:

Fahrzeugführer
1. Schätzen Sie Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten richtig ein
Auch wenn Sie die Befähigung zum Führen eines Sportbootes in einer Prüfung nachgewiesen haben, sammeln Sie zunächst am Tage praktische Erfahrungen in geschützten Gewässern, die nur wenig von Fahrzeugen der Berufsschifffahrt befahren werden.

Fahrzeug

2. Machen Sie sich mit den Eigenschaften und der Einrichtung des Fahrzeuges vertraut
Ihr Fahrzeug muss für das vorgesehene Fahrtgebiet geeignet sein. Stellen Sie fest, ob Ihr Fahrzeug den Anforderungen für Fahrten im Küstenbereich oder auf der hohen See genügt. Fahrzeug und Einrichtung müssen sich in einem fahr- und funktionstüchtigen Zustand befinden.

Sicherheitsausrüstung
3. Rüsten Sie Ihr Fahrzeug mit geeigneten Rettungsmitteln aus
Zur Mindestsicherheitsausrüstung gehören eine Rettungsweste für jede Person an Bord, geeignete Mittel, um einen Brand an Bord zu bekämpfen und Signalmittel, um einen Notfall anzuzeigen sowie Lenzvorrichtungen (Pumpe, Eimer, Ösfass) und Erste-Hilfe-Ausrüstung. Zur Orientierung empfehlen Sich die Sicherheitsrichtlinien der Kreuzer-Abteilung des DSV. Die Sicherheitsausrüstung muss regelmäßig überprüft und gewartet werden.

Reiseplanung
4. Informieren Sie sich über das vorgesehene Fahrtgebiet
Machen Sie sich mit den Schifffahrtsvorschriften und den Hilfen für die Navigation vertraut. Für die Reiseplanung und –Durchführung unerlässliche Hilfsmittel sind auf den neusten Stand berichtigte Seekarten und Seebücher sowie Tidenkalender, Erfahrungsberichte und die von der Kreuzerabteilung des DSV empfohlenen Hafenhandbücher.

Wetter
5. Unterrichten Sie sich über die herrschenden und vorhergesagten Wetter- und Seegangsverhältnisse.
Treten Sie im Küsten- oder Seebereich nie eine Fahrt an, ohne vorher den Wetterbericht gehört zu haben, und beobachten Sie stets die Wetterentwicklung im Vergleich mit den an Bord aufgenommenen Berichten. Der Seewetterbericht ist den allgemeinen Wettervorhersagen dem Rundfunksender vorzuziehen. Der Deutsche Wetterdienst in Hamburg erstellt gegen geringe Gebühren. Spezielle Törnberatungen für Wassersportler über Telefon, Telefax oder Telex mit Wettervorhersagen bis zu 5 Tagen (Telefon: 040/3190 – 8811). Informieren Sie sich, ob im zu befahrenden Gewässer z. Zt. meterologische Gefahren auftreten können (z. B. Mistral, Bora, tropischer Wirbelsturm).

Einweisung
6. Unterrichten Sie Ihre Besatzungsmitglieder und Gäste über Sicherheitsvorkehrungen an Bord
Zeigen Sie den Aufbewahrungsort der Rettungsmittel und über Sie das Anlegen von Rettungsweste und Sicherheitsgurt (“Lifebelt”). Erklären Sie den Umgang mit Seenot-Signalmitteln. Erläutern Sie die für die Sicherheit wichtigen Einrichtungen des Fahrzeugs, wie Lenzeinrichtungen, Seeventile – vor allem am Pump-WC – Feuerlöscheinrichtungen, Heiz- und Kocheinrichtungen. Achten Sie darauf, dass Ihre Besatzungsmitglieder und Gäste sich an Bord sicher bewegen, Arme und Beine nicht außenbords hängen lassen und auf Segelbooten den Gefahrenbereich des Großbaums meiden. Bestimmen und unterweisen Sie ein geeignetes Besatzungsmitglied als Vertreter, falls Sie als Fahrzeugführer ausfallen sollten.

Mann-über-Bord
7. Treffen Sie Maßnahmen gegen das Überbordfallen und prüfen Sie Möglichkeiten, Überbordgefallene zu bergen
Lassen Sie rechtzeitig Rettungswesten und Sicherheitsgurte anlegen. Weisen Sie auf geeignete Befestigungspunkte für Sicherheitsgurte hin. Üben Sie regelmäßig "Mann - über - Bord - Manöver". Prüfen Sie die Möglichkeiten und üben Sie das Anbordholen insbesondere von geschwächten Personen.

Nebel
8. Verlassen Sie keinen sicheren Liegeplatz bei Nebel
Werden Sie von Nebel oder schlechter Sicht überrascht, möglichst umgehend Fahrwasser und Schifffahrtswege verlassen, zum eigenen Schutz einen sicheren Ort aufsuchen und die Fahrt unterbrechen. In jedem Fall bei verminderter Sicht die vorgeschriebenen Schallsignale geben. Sportfahrzeuge, insbesondere solche aus Holz oder Kunststoff, können Ihre Radarauffassbarkeit durch einen Radarreflektor verbessern. Fahrzeuge mit Metallmast können ihre Radarauffassbarkeit durch eine Aufrechte Bootslage erhöhen

Berufsschifffahrt
9. Halten Sie sich von der Berufsschifffahrt nach Möglichkeit fern
Meiden Sie Schifffahrtswege und halten Sie sich im Fahrwasser soweit wie möglich rechts oder außerhalb des Fahrwassers, sofern dies ohne Gefahr möglich ist. Segelfahrzeuge dürfen beim Kreuzen im Fahrwasser die durchgehende Schifffahrt nicht behindern.

Ausguck
10. Halten Sie stets einen gehörigen Ausguck
Hiermit stellen Sie sicher, dass frühzeitig Kollisionssituationen, treibende Gegenstände oder andere Gefahren für Ihr Fahrzeug erkannt werden können. Durch Ihre Aufmerksamkeit können Sie Notlagen anderer Sportfahrzeuge entdecken und Hilfe leisten.