Törnbericht vom SKS Ausbildungstörn 2013   (19.10.- 2.11.2013

Unterwegs mit der SY-Anna-Nina, einer Bavaria 42 auf der Ostsee.

Tag 0
Vier Segler quetschen sich samt Gepäck in einen Kombi um in das große Abenteuer aufzubrechen. Es passt! Mit etwas Verspätung sind wir am Boot angekommen, ein Dank an den eifrigen Fahrer.sy-anna-nina  324 Die 42 Fuß machen schon was her. Das so eine Bavaria nicht immer das gelbe vom Ei ist merken wir aber erst noch.

Tag 1
Jetzt haben wir Lebensmittel für geschätzte 6 Wochen gebunkert, das Auto ist wieder voll, das Boot sinkt trotz der zwei Autoladungen nicht! Auf geht's. Eine wahre Tortur, Wellen von der Seite auf einem Halb-Wind-Kurs, elende 58 Seemeilen lang.ostseewellen  xDie Crew ist seekrank, erste Ausfälle sind zu verzeichnen. An Land an gekommen erwartet uns das schöne Städtchen Klintholm in Dänemark.

Tag 2&3
Tag zwei, früh aufstehen, im Urlaub. Alles nur um nicht bis Mitten in der Nacht unterwegs zu sein, das dritte Land der Etape wartet auf uns. Es geht nach Schweden, Ystad, die Stadt aus den bekannten Kurt Wallander Romanen. Kurz vor Neun sind wir eingelaufen und haben uns noch etwas feines gekocht. Auch heute haben wir wieder 61 sm geschafft. Nach den Strapazen gönnen wir uns einen Tag Ruhe. Wie im Roman, startet auch die Suche nach einer Schraube, die im Segelkopf fehlt. Betroffene und Verdächtige werden befragt, auf der Suche nach einem entsprechenden Laden. Die Suche endet mit einem Happy End. Zum Abschluss des Tages gibt es eine sehr gute Pizza im Restaurant.


Tag 4
Heute geht es kurze 42 sm nach Vang auf Bornholm, Dänemark. Da bleibt noch Zeit für Sightseeing und fürs Duschen. Außerhalb der Saison sind natürlich die Duschen demontiert. Auf geht es zum Sightseeing, zum tollen Hammershus Schloss mit Sonnenuntergang im Hintergrund. 2013-10 sks-toern-dk  007Nur der Rückweg zum Boot gestaltete sich schwierig bei den verschlungenen Straßen auf der Insel. Drum gibt es etwas später Essen. Nebenbei beseitigen wir ca. 50l Wasser, ob es an der Schräglage oder an den Seeventilen liegt, bleibt zunächst ungeklärt.

Tag 5
Auf nach Svaneke, einmal um Bornholm herum. Eine Künstlerstadt, die außerhalb der Saison auch ein wenig ausgestorben wirkt aber das gewisse Etwas hat. Hier gibt es endlich brauchbare Duschen.

Tag 6&7
Heute geht es früh raus um noch bei Tageslicht ein zu laufen. Denkste, nicht nur, das durch den Westwind die Häfen südlich von Bornholm (in Polen, Kolberg) nicht mehr an zu laufen sind, es gab auch noch eine Sturmwarnung für die nächsten Tage. Auf halber Strecke haben wir beschlossen Richtung Deutschland zu fahren. Bei Sonnenaufgang erreichen wir das schöne Rügen und laufen in Lohme ein. Mit letzten Kräften werden die Festmacherleinen angeschlagen. Zu allem Überfluss ist auch das Großfall bis zur Mastspitze durchgerauscht.
bootsmannstuhl  063Drum kommt Ludger in den Bootsmannsstuhl und darf die Aussicht genießen. Dem Publikum im örtlichen Cafe gefällt die Show.
Nun aber erst mal ein kurzes Schläfchen. In 24 h haben wir immerhin 175 sm gemacht. Einzig ein Fender ist verschwunden und eine Kaffekanne zu Bruch gegangen, billig erkaufte Meilen. Nun haben wir die 300 erforderlichen Seemeilen für den SKS zusammen. Morgen starten die intensiven Manöverübungen. Zur Belohnung gab es Heute Abend Flunder und Dorsch.

Tag 8
Manöverkritik für den heutigen Tag, Manöver fahren klappt aber so ein großes Schiff ist nochmal etwas besonderes.
Das Schwierigste ist wie immer im Leben die Kommunikation. Für die heutige Nacht haben wir uns in die Bodden auf der anderen Seite von Rügen nach Gager verfrachtet. Auch das Kochen während der Fahrt war ein voller Erfolg.
Zum Glück war die Welle nicht zu hoch. Mittagessen gab es bei Sonne und einem sommerlich warmen Wind.gestrandet 1  x
In Gager gibt es traumhafte Wildness mit hunderten Schwänen im angrenzenden Gewässer zu bestaunen. Beeindruckt hat uns der ostalgie Charme der örtlichen Kneipe "Am Anker".

Tag 9
Heute ging es nach ausgiebigen Üben nach Strahlbrode. Hier gab es lecker Räucherfisch.

Tag 10
Morgens ging es früh los um gegen Mittag bei Regen durch die Brücke bei Stahlsund zu kommen. Zum Abschied gab es noch die Warnung vom Hafenmeister, dass der Wasserstand im Sund bei der aktuellen Wetterlage bis zu 1 m unter den mittleren Wasserstand sinken lichter im dunst  xkann. Mit dem Wetter habe wir alles richtig gemacht, 2-3 Stunden nach dem Einlaufen fing Orkan Christian an zu wüten. Ab Mittag haben wir uns die Stadt an geguckt und beschlossen, dass man hier Urlaub machen muss. Die Stadt ist ein kleines Paradies mit sehr viel Charme. Nur die Versorgung im Hafen ist ein Kraus, alles muss per Hafenkarte einzeln bezahlt werden.

Tag 11
Der letzte Tag vor der Prüfung, die Manöver sitzen...hoffentlich.

Tag 12
Heute ging es früh raus, erst mal Tanken, in der Nebensaison ist selbst das nicht selbstverständlich. Um 13 Uhr ging die Prüfung los, MOB unter Segeln und Motor, Segel setzen und bergen, An- und Ablegen, Wetterkunde und Navigation wurde abgefragt. Bestanden! :)
Zum Abschluss haben wir uns mit dem Heck in Luv an den Steg gelegt und den Prüfer verabschiedet, auf nach Barhöft fürs Nachtlager. Im Hafen haben wir uns vom Restaurant im nächsten Ort abholen und wieder bringen lassen, was für ein Service.

Tag 13&14
Unsere Reise geht ihrem Ende zu, es geht heute wieder zurück nach Rostock. Der Wind ist kühler, mit dem Wetter hatten wir so spät in der Saison (ist ja eigentlich gar nicht mehr Saison) viel Glück, es war relativ warm und trocken. Insgesamt sind wir 522 sm gelaufen. Reich an neuen Eindrücken lässt es sich ganz gut mit dem Gedanken leben wieder in einem normalen Bett zu schlafen.